Mantren 16.2 Zusammenleben mit Hierarchien Hat verstanden

Hüter:

Hat verstanden dein Geist?

Ich:

Der Weltengeist in mirEr hielt den Atem anUnd seine GegenwartMög' erleuchten mein Ich.

Hüter:

Hat begriffen deine Seele?

Ich:

Die Weltenseelen in mirSie lebten im SternenratUnd ihre HarmonienMögen klingend schaffen mein Ich.

Hüter:

Hat erlebt dein Leib?

Ich:

Die Weltenkräfte in mirSie richten MenschentatenUnd ihre WahrspruchworteMögen lenken mir das Ich.

Hinweis zu 16.2

Das Geheimgespräch – Hat verstanden dein Geist?

Der Hüter raunt vertraulich: Hat verstanden dein Geist? – Hat begriffen deine Seele? – Hat erlebt dein Leib? Das Ich antwortet andächtig: Der Weltengeist / die Weltenseelen / die Weltenkräfte in mir.

Nach dem Feuer-Mantram wird der Hüter intim: was vorher posaunenartig von allen Seiten kam, setzt sich fort als vertrauliches Raunen im webenden, wirkenden Licht. Drei leise Fragen, je eine andächtige, demutvolle Antwort. ‹Hat verstanden dein Geist?› – ‹Der Weltengeist in mir / Er hielt den Atem an / Und seine Gegenwart / Mög' erleuchten mein Ich.› ‹Hat begriffen deine Seele?› – ‹Die Weltenseelen in mir / Sie lebten im Sternenrat / Und ihre Harmonien / Mögen klingend schaffen mein Ich› (die Weltenseelen ratschlagen wie kreisende Sterne eines Planetensystems). ‹Hat erlebt dein Leib?› – ‹Die Weltenkräfte in mir / Sie richten Menschentaten / Und ihre Wahrspruchworte / Mögen lenken mir das Ich› (die richtenden Kräfte der ewigen Weltengerechtigkeit, die das Karma weben).

  • Mit dem Geheimgespräch wechselt der ganze Ton der esoterischen Situation. Die Finsternis ist noch nicht hell, aber überall fühlt man glimmendes Licht; im webenden, wirkenden Licht wendet man sich hilfesuchend an den Hüter, der sich intimer zu uns neigt.
  • Steiner betont die Demut der Antworten: nicht ‹Ich habe verstanden›, sondern das Ich fühlt, dass göttliches Sein es durchströmt – der Weltengeist, der den Atem anhält und zum Verstehen vorbereitet. Die Seele wird sich bewusst, dass in ihr ein ganzer Sternenrat der Weltenseelen spricht; der Leib fühlt die Weltenkräfte als richtende Kräfte der Weltengerechtigkeit, die durch die Reihe der Erdenleben das Karma und damit das eigentliche Ich weben.
  • Der Dreischritt Geist – Seele – Leib (erleuchten – klingend schaffen – lenken des Ich) beantwortet ein weiteres Stück der grossen Frage des Weltenworts ‹O Mensch, erkenne dich selbst!›, von dem die Stunde gerahmt ist.

Der Weltengeist in mir – mög' erleuchten mein Ich.

GA 270b, Sechzehnte Stunde (28.6.1924), S. 148
Sechzehnte Stunde · Dornach · 1924-06-28 · GA 270b, S. 147–152 Wiederholung in Stunde 152

Drei vertrauliche Fragen des Hüters (Geist, Seele, Leib); die Antwort ist nicht stolz, sondern andächtig und demutvoll.

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