Mantren Vierte Wiederholungsstunde Dornach · 1924-09-13 · GA 270c, S. 71–93

Vierte Wiederholungsstunde

Dornach · · GA 270c, S. 71–93

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Einleitung

Meine lieben Schwestern und Brüder! Auch heute können die einleitenden Verpflichtungen nicht wiederholt werden; sie sind den neuen Mitgliedern von denen mitzuteilen, die ihnen die Sprüche übergeben. Wir beginnen wiederum mit dem
Weltenwort Das schöpferische Wort, das aus dem Weltenall an den Menschen herantönt. Eröffnet jede Klassenstunde mit ‹O Mensch, erkenne dich selbst!›
mehr Anders als das Menschenwort, in dem Menschendenken spricht, spricht im Geistes-Weltenwort das Weltendenken. Die Seraphine sprechen es als Feuersprache, ‹flammende Stimme›. GA 270b, Sechzehnte Stunde.
, das aus allen Wesen und Vorgängen der Welt zur
Selbsterkenntnis Der Ausgangspunkt der Klasse, gefaßt im Wort ‹O Mensch, erkenne dich selbst!› — kein Brüten ins Innere, sondern ‹ausführliches Gespräch mit Welt, Hüter und Hierarchien›.
mehr GA 270b, Zwölfte Stunde.
auffordert, die der Weg zur Welterkenntnis ist.
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Das Weltenwort – ‹O Mensch, erkenne dich selbst!›

O Mensch, erkenne dich selbst!
So tönt das Weltenwort.
Du hörst es seelenkräftig,
Du fühlst es geistgewaltig.
Wer spricht so weltenmächtig?
Wer spricht so herzinniglich?
Wirkt es durch des Raumes Weitenstrahlung
In deines Sinnes Seinserleben?
Tönt es durch der Zeiten Wellenweben
In deines Lebens Werdestrom?
Bist du es selbst, der sich
Im Raumesfühlen, im Zeiterleben
Das Wort erschafft, dich fremd
Erfühlend in Raumes Seelenleere,
Weil du des Denkens Kraft
Verlierst im Zeitvernichtungsstrom.
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Rückblick – der aufrichtende Hüter, der Kampf in den drei Reichen

Der nach Erkenntnis Suchende, zerschmettert unter dem Eindruck der drei Tiere, wird vom
Hüter Geistige Wesenheit, die am Übergang von der Sinneswelt in die geistige Welt steht. Sie stellt prüfende Fragen — die Mantren der Klasse sind oft Frage des Hüters und Antwort der Hierarchien.
mehr Der Hüter ist nicht Hindernis, sondern Mahnender. Er macht den Menschen darauf aufmerksam, daß er, will er die Schwelle übertreten, sein Denken, Fühlen und Wollen verwandeln muß. In den Mantren tritt er sprechend auf: ‹Der Hüter spricht …› — und es antworten Angeloi, Exusiai, Throne und so weiter. In späteren Stunden ‹spricht der Hüter aus der Ferne›, weil der Schüler an ihm vorbeigeschritten ist. GA 270b, Dreizehnte Stunde: ‹Der Hüter der Schwelle stellt die prüfend-mahnende Frage an uns. Die Hierarchien antworten.›
nach und nach aufgerichtet. Schon vernahmen wir, wie der Hüter auf den Kampf hinweist: im Reich, aus dem das Denken strömt, kämpft das Licht mit finstren Mächten; im Fühlen Wärme mit Kälte; im Wollen Leben mit Tod.
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Das Gleichgewicht – Licht/Finsternis, Wärme/Kälte, Leben/Tod

Der Hüter fordert, das Gleichgewicht zu halten – sich weder vom Licht in geistige Lichtohnmacht noch von der Finsternis in den Stoff nehmen zu lassen; weder von der luziferischen Seelenwärme (Schönheit, Helligkeit, die uns unselbständig macht) noch von der ahrimanischen Seelenkälte (übermächtige Intellektualität) verführt zu werden; weder vom Leben verschlungen noch vom Tod verkrampft. Wie in aller Natur Licht und Finsternis ineinanderwirken (Haare, Leib, Pflanze: vom Licht gewoben, von der Finsternis durchdrungen), so muss der Mensch seelisch den Ausgleich anstreben. Das ist die Mahnung ‹Es kämpft das Licht mit finstren Mächten …›.
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Wiederholung – ‹Es kämpft das Licht mit finstren Mächten …› (vgl. Fünfte Stunde, App 5)

Es kämpft das Licht mit finstren Mächten
In jenem Reiche, wo dein Denken
In Geistesdasein dringen möchte.
Du findest, lichtwärts strebend,
Dein Selbst vom Geiste dir genommen;
Du kannst, wenn Finstres dich verlockt,
Im Stoff das Selbst verlieren.
* * *
Es kämpft das Warme mit dem Kalten
In jenem Reiche, wo dein Fühlen
Im Geistesweben leben möchte.
Du findest, Wärme liebend,
Dein Selbst in Geisteslust verwehend;
Du kannst, wenn Kälte dich verhärtet,
Im Leid das Selbst verstäuben.
* * *
Es kämpft das Leben mit dem Tode
In jenem Reiche, wo dein Wollen
Im Geistesschaffen walten möchte.
Du findest, Leben fassend,
Dein Selbst in Geistesmacht verschwinden;
Du kannst, wenn Todesmacht dich bändigt,
Im Nichts das Selbst verkrampfen.
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Die Lehre des Hüters – Erde/Wasser/Luft/Feuer (Stütze/Bildner/Pfleger/Helfer)

Dann lehrt der Hüter, wie wir eins werden mit der Welt – wie ein Finger nur am Organismus Finger ist. Unser Leib ist aus den Elementen Erde, Wasser, Luft, Feuer gegliedert: Die Erde ist ‹Stütze› (äusserlich-mechanisch, ertastet an den Fußsohlen), das Wasser ‹Bildner› (die Bildekräfte formen Lunge, Leber aus dem Flüssigen), die Luft ‹Pfleger› (unrechtes Atmen bringt Angstgefühle), das Feuer ‹Helfer› (mit der Wärme fühlen wir uns innig einheitlich – schon ganz ins Moralische gehoben). Die Verb-Steigerung: ertaste – erlebe – erfühle – erdenke; die Substantiv-Steigerung: Stütze – Bildner – Pfleger – Helfer.
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Die neun Strahlen – Leib, Seele (Wandelsterne), Geist (Ruhesterne)

Vom Leib führt der Hüter ins Seelische (die Wandelsterne, ‹in deiner Seele Tiefen weltenweisende
Mächte ‹Mächte› — mittlere Stufe der zweiten Hierarchie. Sprechen an das Fühlen.
mehr ‹Erfühle Geistes-Welten-Leben im Menschen-Körper-Leben.›
› – ‹erwese dich durch den Weltenkreis›) und in den Geist (die Ruhesterne, ‹himmelkündende Worte›, die Weltensphärenmusik – ‹erschaffe dich durch die Himmelsweisheit›). So wird das eine Wort ‹O Mensch, erkenne dich selbst!› auseinandergelegt in neun Strahlen: vier Element-Anrufungen, ‹erschaue dich in der Elemente Reich›, die Wandelstern-Zeile, ‹erwese dich durch den Weltenkreis›, die Ruhestern-Zeile, ‹erschaffe dich durch die Himmelsweisheit›. Vor dem Hüter fasst der Schüler ein Gelöbnis, dies in immerwährendem Gedenken meditativ durch die Seele zu ziehen.
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Wiederholung – ‹O Mensch, ertaste …› die neunstrahlige Übung (vgl. Neunte Stunde, App 9.1)

O Mensch, ertaste in deines Leibes ganzem Sein,
Wie Erdenkräfte dir im Dasein Stütze sind.
O Mensch, erlebe in deines Tastens ganzem Kreis,
Wie Wasserwesen dir im Dasein Bildner sind.
O Mensch, erfühle in deines Lebens ganzem Weben,
Wie Luftgewalten dir im Dasein Pfleger sind.
O Mensch, erdenke in deines Fühlens ganzem Strömen,
Wie Feuermächte dir im Dasein Helfer sind.
O Mensch, erschaue dich in der Elemente Reich.
(Erde – Wasser – Luft – Feuer)
O Mensch, so lasse walten in deiner Seele Tiefen
Der Wandelsterne weltenweisende Mächte.
O Mensch, erwese dich durch den Weltenkreis.
O Mensch, erhalte dir in deines Geistes Schaffen
Der Ruhesterne himmelkündende Worte.
O Mensch, erschaffe dich durch die Himmelsweisheit.
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Schlusswiederholung – Das Weltenwort

O Mensch, erkenne dich selbst!
So tönt das Weltenwort.
Du hörst es seelenkräftig,
Du fühlst es geistgewaltig.
Wer spricht so weltenmächtig?
Wer spricht so herzinniglich?
Wirkt es durch des Raumes Weitenstrahlung
In deines Sinnes Seinserleben?
Tönt es durch der Zeiten Wellenweben
In deines Lebens Werdestrom?
Bist du es selbst, der sich
Im Raumesfühlen, im Zeiterleben
Das Wort erschafft, dich fremd
Erfühlend in Raumes Seelenleere,
Weil du des Denkens Kraft
Verlierst im Zeitvernichtungsstrom.
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Michael-Zeichen und Siegelgesten zum Schluss

Zum Schluss erneut das Weltenwort, dann – im Zeichen Michaels und mit dem Symbolum des Rosenkreuzes – ‹Ex deo nascimur / In Christo morimur / Per spiritum sanctum reviviscimus› mit den drei
Siegelgesten Drei Gebärden, die zum Michael-Zeichen gehören: ‹Ich verbinde mich dem Geiste / Ich liebe den Sohn / Ich bewundere den Vater›.
mehr GA 270c, Erste Wiederholungsstunde.
und ‹Ich bewundere den Vater / Ich liebe den Sohn / Ich verbinde mich dem Geiste›. Die Sprüche sind nur für Mitglieder; Weitergabe bedarf der mündlichen Erlaubnis (Frau Dr. Wegman oder Rudolf Steiner), niemals brieflich, da unrechtmässig weitergegebene Sprüche für alle ihre Kraft verlieren.

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