Mantren 7.1 Geschichte der Verwandlung Schau die Drei

Der Hüter mahnt:

O schau die Drei,Sie sind die Eins,Wenn du die MenschenprägungIm Erdendasein trägst.Erlebe des Kopfes Weltgestalt.Empfinde des Herzens Weltenschlag.Erdenke der Glieder Weltenkraft.Sie sind die Drei,Die Drei, die als das EinsIm Erdendasein leben.

Hinweis zu 7.1

Mantram – O schau die Drei

Der Mensch schaut sich jenseits der Schwelle als Dreiheit. Kopf = Weltgestalt, Herz = Weltenschlag, Glieder = Weltenkraft; die Drei sind die Eins, solange er die Menschenprägung im Erdendasein trägt.

Erstes der beiden großen Mantren der Siebenten Stunde. Hat der Hüter die wahre Wesenheit über den Abgrund gehoben, schaut der Mensch sich als Dreiheit, die nur der physische Leib zur Eins zusammenzieht. Das Mantram lenkt den Blick auf den Leib: das Haupt als Abbild des himmlischen Weltenalls (‹Erlebe des Kopfes Weltgestalt›), das Herz als Widerschlag des Weltenrhythmus (‹Empfinde des Herzens Weltenschlag›), die Glieder als konzentrierte irdische Weltenkraft (‹Erdenke der Glieder Weltenkraft›). Zu jeder Zeile gehört ein Zeichen (nach oben / oben und unten / nach unten).

  • Die Siebente Stunde führt erstmals das bewusste Sein außerhalb des physischen Leibes ein: erst dann kann von einer wirksamen Begegnung mit dem Hüter gesprochen werden. Der Hüter zeigt: ‹da drüben bist du, wie du äußerlich erscheinst; bei mir, wie du deinem inneren Wesen nach bist.›
  • Das Mantram benennt die drei Glieder im Verhältnis zum physischen Leib. Steiner gibt drei Zeichen, bei deren Sprechen man die Richtung vergegenwärtigt: nach oben (Kopf, Weltenweiten), nach oben und unten (Herz, Weltenrhythmus), nach unten (Glieder, Schwerkraft).
  • Nach dem Sprechen soll man die Sinne stumpf machen, die Augen schließen, dunkel um sich haben, ganz in der Atmosphäre der Worte leben – so versetzt man sich in jene Sphäre, die bei der Einweihung real erlebt werden kann. Die Wandtafel der Stunde (Schwellen-Schwingung) dient als Meditationshilfe.

O schau die Drei / Sie sind die Eins …

GA 270a, Siebente Stunde (11.4.1924), S. 177
GA 270i, Tafel zur Sechsten Wiederholungsstunde (17.9.1924)
Varianten und Fassungen

Von diesem Mantram gibt es zwei Fassungen (vgl. Hinweis GA 270c zu S. 125): die App-Fassung ‹O schau die Drei› liegt der Siebten Stunde (11.4.1924) zugrunde; die Fassung ‹Schau die Drei› (ohne ‹O›) erscheint in der Sechsten Wiederholungsstunde (17.9.1924) und ist dort mit den drei Siegelzeichen sowie dem rot quer geschriebenen Tor-Wort an die Tafel gebracht.

  • GA 270c, Sechste Wiederholungsstunde (17.9.1924) – Fassung ‹Schau die Drei› – Beginnt mit ‹Schau die Drei› (ohne ‹O›); Schlussstrophe ‹Sie sind die Drei, Die Drei, die als das Eins Im Erdendasein leben›. Die App-Fassung der Siebten Stunde (11.4.1924) beginnt mit ‹O schau die Drei›. Die drei Mittelzeilen (Erlebe/Empfinde/Erdenke) sind von den drei Siegelzeichen begleitet (Dreieck aufwärts, Sanduhr, Dreieck abwärts).

    Schau die Drei, / Sie sind die Eins, / Wenn du die Menschenprägung / Im Erdendasein trägst. … Sie sind die Drei, / Die Drei, die als das Eins / Im Erdendasein leben.

    GA 270c, S. 126–128; Tafel S. 139 (GA 270i)
Editorische Hinweise
  • Die zittrigen Schriftzüge im handschriftlichen Entwurf deuten darauf hin, dass Rudolf Steiner das Mantram am 11. April 1924 auf der Autofahrt von Stuttgart nach Dornach niederschrieb, um unmittelbar nach der Ankunft die Siebente Stunde zu halten. In der Reinschrift lautet die erste Zeile bereits ‹Schau die Drei› statt ‹O schau die Drei›; in dieser Form erscheint sie auch in der Sechsten Wiederholungsstunde.

    GA 270a, Hinweis zu S. 176
Siebente Stunde · Dornach · 1924-04-11 · GA 270a, S. 177–181 Wiederholung in Stunde 188

Mit drei Zeichen: nach oben (Kopf), oben+unten (Herz), nach unten (Glieder).

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