Mantren 7.2 Geschichte der Verwandlung Schau die Drei

Des Hüters letzte Mahnung:

Des Kopfes Geist,Du kannst ihn wollen;Und Wollen wird dirDer Sinne vielgestaltig Himmelsweben;Du webest in der Weisheit.

Des Herzens Seele,Du kannst sie fühlen;Und Fühlen wird dirDes Denkens-Wollens / Wollens-Denkenskeimerweckend Weltenleben;Du lebest in dem Scheine.

Der Glieder Kraft,Du kannst sie denken;Und Denken wird dirDes Wollens zielerfassend Menschenstreben;Du strebest in der Tugend.

Hinweis zu 7.2

Mantram – Des Kopfes Geist, du kannst ihn wollen

Jenseits der Schwelle kehrt sich alles um: des Kopfes Geist kann man wollen, des Herzens Seele fühlen, der Glieder Kraft denken – man webt in der Weisheit, lebt im Scheine, strebt in der Tugend.

Das zweite große Mantram zeigt die völlige Umkehrung jenseits der Schwelle. In der Sinneswelt sitzt das Denken im Haupt; jenseits ist wenig Denken ans Haupt gebunden und viel ausgebreitetes Wollen. Alles, was die Sinne als Farben, Töne, Wärme vermitteln, ist dort ein Wollen. So gilt: Wollen oben im Haupte (‹Du webest in der Weisheit›), Fühlen in der Mitte (‹Du lebest in dem Scheine› – worin die Geistwesen erstrahlen), Denken unten an den Gliedern (‹Du strebest in der Tugend›). Die drei Schlüsselworte: Himmelsweben – Weltenleben – Menschenstreben.

  • Das Mantram ist dreistrophig gebaut und beschreibt die vollständige Umkehrung der Seelenkräfte jenseits der Schwelle. Was in der Sinneswelt selbstverständlich scheint (Denken im Kopf), wird ins Gegenteil verkehrt.
  • In jeder Strophe wird ein Glied einer Tätigkeit zugeordnet, die ihm in der Sinneswelt fremd ist: des Kopfes Geist – wollen; des Herzens Seele – fühlen (das Denken wird hier zum Fühlen gegenüber dem Weltendasein); der Glieder Kraft – denken (das Wollen wird zum Denken).
  • Die abschließenden Zeilen verdichten das Ergebnis: ‹Du webest in der Weisheit / Du lebest in dem Scheine / Du strebest in der Tugend›, zusammengefasst in Himmelsweben – Weltenleben – Menschenstreben. Die Achte Stunde vertieft dies mit den ‹Sieh hinter / in / über›-Mantren. Die Wandtafel der Stunde dient als Meditationshilfe.

Des Kopfes Geist, du kannst ihn wollen …

GA 270a, Siebente Stunde (11.4.1924), S. 186
GA 270i, Tafel zur Siebenten Stunde (11.4.1924)
Varianten und Fassungen

In der Sechsten Wiederholungsstunde (GA 270c, 17.9.1924) wird dieses Mantram wortgleich wiederholt und um die Deutung der Steigerungen (webest/lebest/strebest, Weisheit/Schein/Tugend) erweitert.

  • GA 270c, Sechste Wiederholungsstunde (17.9.1924) – Wiederholung – Wortgleich; die Steigerungen webest/lebest/strebest und Weisheit/Schein/Tugend werden ausdrücklich genannt.

    Des Kopfes Geist, du kannst ihn wollen … Des Herzens Seele, du kannst sie fühlen … Der Glieder Kraft, du kannst sie denken …

    GA 270c, S. 130–133
Siebente Stunde · Dornach · 1924-04-11 · GA 270a, S. 182–186 Wiederholung in Stunde 186

Dreistrophig; Schlüsselworte Himmelsweben / Weltenleben / Menschenstreben.

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