Mantren 5 Geschichte der Verwandlung Es kämpft

Der Hüter am Abgrund – Gleichgewicht fordernd:

Es kämpft das Licht mit finstren MächtenIn jenem Reiche, wo dein DenkenIn Geistesdasein dringen möchte.Du findest, lichtwärts strebend,Dein Selbst vom Geiste dir genommen;Du kannst, wenn Finstres dich verlockt,Im Stoff das Selbst verlieren.

Hinweis zu 5.1

Erstes Mantram – Licht und finstre Mächte (Denken)

Im Reiche des Denkens kämpft Licht mit finstren Mächten. Lichtwärts strebend findet man das Selbst vom Geiste genommen; lockt Finsteres, verliert man es im Stoff.

Erstes der drei Mantren der Fünften Stunde. Das Denken ist die Kraft, die den Menschen nach oben verweist; in ihm wird Licht und Finsternis real und moralisch. Lichtwesen wollen den Menschen von der Erde losreißen und mit dem Sonnenlicht verweben (‹Du findest, lichtwärts strebend, dein Selbst vom Geiste dir genommen›); die Finsternis dagegen droht, das Selbst im Stoff einsam zu machen (‹Im Stoff das Selbst verlieren›). Der Mensch kann nur in der Gleichgewichtslage zwischen beiden leben. Beruhigung bringt erst das zur Farbe abgedämpfte Licht (Gelb, Rot) und die aufgehellte Finsternis (Violett, Blau).

  • Die Fünfte Stunde zeigt, wie die Kluft zwischen Mensch und Natur die eigentliche Schwelle ist und wie sich der Mensch in die Weltelemente zerteilt erlebt: das Denken ins Licht, das Fühlen in die Wärme, das Wollen in die Luft. Dieses erste Mantram betrifft das Denken im Licht.
  • Steiner schildert die Sonne für das entwickelte Bewusstsein als ‹den großen Verlocker›, der den Menschen losreißen will. Wer der Verlockung erliegt, verliert das Selbst an das Licht; wer ins Gegenextrem flieht, verliert es in der Finsternis des Stoffes. Erst die ‹mittleren, die guten Götter› dämpfen das Licht zur erträglichen Farbe ab.
  • Das Mantram gehört zugleich zu den drei Worten, die dem Menschen nach dem Tode zugerufen werden – dieses im freien Geisterlande, wo das rückwärtsgewandte Erleben in die Vorbereitung des nächsten Erdenlebens übergeht. Die Wandtafelzeichnung der Stunde (‹Licht/Wärme/Luft› mit der farbigen Darstellung des im Lichtumkreis stehenden Selbst) ist die unmittelbare Meditationshilfe dazu.

Du findest, lichtwärts strebend, dein Selbst vom Geiste dir genommen …

GA 270a, Fünfte Stunde (14.3.1924), S. 130
GA 270i, Tafel zur Fünften Stunde (14.3.1924)
Varianten und Fassungen

In der Dritten Wiederholungsstunde (GA 270c, 11.9.1924) wird das Mantram wortgleich wiederholt; der Hüter rahmt es als Belehrung über Höhe (Denken), Mitte (Fühlen) und Unten (Wollen). In der Vierten Wiederholungsstunde (GA 270c, 13.9.1924) wird das Mantram wortgleich wiederholt und als Forderung nach dem Gleichgewicht zwischen den Polen gedeutet (Licht/Finsternis, Wärme/Kälte, Leben/Tod).

  • GA 270c, Dritte Wiederholungsstunde (11.9.1924) – Wiederholung – Der Hüter belehrt: Denken zwischen Licht und finstren Mächten – lichtwärts das Selbst vom Geiste genommen, im Stoff das Selbst verlieren. Den Weg dazwischen gilt es zu finden.

    Es kämpft das Licht mit finstren Mächten … / Es kämpft das Warme mit dem Kalten … / Es kämpft das Leben mit dem Tode …

    GA 270c, S. 62–63
  • GA 270c, Vierte Wiederholungsstunde (13.9.1924) – Gleichgewichts-Lehre – Wortgleich; der Hüter rahmt es als Gleichgewichts-Forderung: Denken: nicht vom Licht in geistige Lichtohnmacht, nicht von der Finsternis in den Stoff – das Gleichgewicht halten. Naturbeispiel: Haare/Leib/Pflanze sind vom Licht gewoben, von der Finsternis durchdrungen.

    Es kämpft das Licht mit finstren Mächten … (mit der Mahnung, das Gleichgewicht zu halten)

    GA 270c, S. 73–78
Fünfte Stunde · Dornach · 1924-03-14 · GA 270a, S. 129–130 Wiederholung in Stunde 138

An den drei Stationen nach dem Tode wird dieses Wort im freien Geisterlande zugerufen.

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Es kämpft das Warme mit dem KaltenIn jenem Reiche, wo dein FühlenIm Geistesweben leben möchte.Du findest, Wärme liebend,Dein Selbst in Geisteslust verwehend;Du kannst, wenn Kälte dich verhärtet,Im Leid das Selbst verstäuben.

Hinweis zu 5.2

Zweites Mantram – Warmes und Kaltes (Fühlen)

Im Reiche des Fühlens kämpft Warmes mit Kaltem. Wärme liebend verweht das Selbst in Geisteslust; verhärtet Kälte, verstäubt es im Leid.

Das zweite Mantram betrifft das Fühlen, das mit den Kräften des Erdumkreises (der Wärme) verwandt ist. Die luziferischen Wärmewesen wollen das Fühlen in der allgemeinen Weltenwärme aufsaugen – eine ‹Riesenlust›, in der das Selbst ‹in Geisteslust verwehend› sich verliert. Die ahrimanischen Kältewesen ziehen den an, der sich davor flüchtet; doch die Kälte verhärtet und schafft unendlichen Schmerz, in dem das Selbst ‹im Leid verstäuben› kann. Daher der Rat Steiners, an Verstorbene den Gedanken zu richten, die Liebe möge ‹wärmen deine Kälte, lindre deine Wärme›.

  • So wie das Licht zum Denken, verhält sich die Wärme zum Fühlen. Das Fühlen erweist sich verwandt mit den Kräften, die den Menschen im Umkreis der Erde halten.
  • Die Verlockung ist die der Wärmelust: warm, warm, warm zu werden, ganz selber Wärme zu sein, überzufließen – Steiner nennt es ausdrücklich eine Riesenlust. Das Gegenextrem, die verhärtende Kälte, lässt physischen und seelischen Schmerz eins werden.
  • Das Mantram ist zugleich das Wort, das im rückwärtsgewandten Erleben nach dem Tode an ‹Meilensteinen› zugerufen wird. Der Rat an Hinterbliebene – die Liebe möge die Kälte wärmen, die Wärme lindern – wurzelt unmittelbar in diesem Mantram. Die Wandtafelzeichnung der Stunde dient als Meditationshilfe.

Du findest, Wärme liebend, dein Selbst in Geisteslust verwehend …

GA 270a, Fünfte Stunde (14.3.1924), S. 133
GA 270i, Tafel zur Fünften Stunde (14.3.1924)
Varianten und Fassungen

In der Dritten Wiederholungsstunde (GA 270c, 11.9.1924) wird das Mantram wortgleich wiederholt; der Hüter rahmt es als Belehrung über Höhe (Denken), Mitte (Fühlen) und Unten (Wollen). In der Vierten Wiederholungsstunde (GA 270c, 13.9.1924) wird das Mantram wortgleich wiederholt und als Forderung nach dem Gleichgewicht zwischen den Polen gedeutet (Licht/Finsternis, Wärme/Kälte, Leben/Tod).

  • GA 270c, Dritte Wiederholungsstunde (11.9.1924) – Wiederholung – Der Hüter belehrt: Fühlen zwischen Warmem und Kaltem – in Geisteslust verwehen oder im Leid das Selbst verstäuben. Den Weg dazwischen gilt es zu finden.

    Es kämpft das Licht mit finstren Mächten … / Es kämpft das Warme mit dem Kalten … / Es kämpft das Leben mit dem Tode …

    GA 270c, S. 62–63
  • GA 270c, Vierte Wiederholungsstunde (13.9.1924) – Gleichgewichts-Lehre – Wortgleich; der Hüter rahmt es als Gleichgewichts-Forderung: Fühlen: nicht von luziferischer Seelenwärme (Schönheit, Helligkeit) unselbständig, nicht von ahrimanischer Seelenkälte (Übermacht-Intellekt) verhärtet werden. Naturbeispiel: Haare/Leib/Pflanze sind vom Licht gewoben, von der Finsternis durchdrungen.

    Es kämpft das Licht mit finstren Mächten … (mit der Mahnung, das Gleichgewicht zu halten)

    GA 270c, S. 73–78
Fünfte Stunde · Dornach · 1924-03-14 · GA 270a, S. 133 Wiederholung in Stunde 136–137

Wird im rückwärtsgewandten Erleben nach dem Tode zugerufen; vgl. den Rat an Hinterbliebene.

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Es kämpft das Leben mit dem TodeIn jenem Reiche, wo dein WollenIm Geistesschaffen walten möchte.Du findest, Leben fassend,Dein Selbst in Geistesmacht verschwinden;Du kannst, wenn Todesmacht dich bändigt,Im Nichts das Selbst verkrampfen.

Hinweis zu 5.3

Drittes Mantram – Leben und Tod (Wollen)

Im Reiche des Wollens kämpft Leben mit Tod. Leben fassend verschwindet das Selbst in Geistesmacht; bändigt Todesmacht, verkrampft es im Nichts.

Das dritte Mantram betrifft das Wollen, das mit der Luft, dem Atmungsprozess verwandt ist. In der Luft liegt Leben (Sauerstoff) und Tod (Stickstoff); an der Schwelle wird der Sauerstoff zur ‹Maske für Luzifer›, der Stickstoff zur ‹Maske für Ahriman›. Verbindet man das Wollen mit Geistesschaffen, droht, dass das Selbst ‹in Geistesmacht verschwindet›; wendet man sich zum Tode, ‹verkrampft› es ‹im Nichts›. Dieses Wort wird unmittelbar nach dem Tode in den ersten Rückblick hineingeraunt.

  • Das letzte der drei Kampf-Mantren betrifft das Wollen. Steiner wendet sich gegen die ‹schreckliche, unwahre Abstraktion› des Chemikers (Luft = Sauerstoff + Stickstoff): an der Schwelle besteht die Luft aus Ahriman und Luzifer.
  • Die luziferischen Sauerstoffgeister wollen das Schaffen des Menschen ganz an sich nehmen, so dass er aufhört, Mensch zu sein; die ahrimanischen Stickstoffgeister werfen ihn ins ‹Nichts des Lebens›, wo er statt zu handeln im Selbst verkrampft.
  • Dieses Mantram ist das erste der drei Todes-Worte: beim Rückblick unmittelbar nach dem Tode, während der Ätherleib sich auflöst, raunen es geistige Wesenheiten in den Rückblick hinein. Wer es im Erdenleben nicht verstehen lernt, muss ‹alle Qualen des Nichtverstehens› durchleben. Die Wandtafelzeichnung dient als Meditationshilfe.

Du findest, Leben fassend, dein Selbst in Geistesmacht verschwinden …

GA 270a, Fünfte Stunde (14.3.1924), S. 135
GA 270i, Tafel zur Fünften Stunde (14.3.1924)
Varianten und Fassungen

In der Dritten Wiederholungsstunde (GA 270c, 11.9.1924) wird das Mantram wortgleich wiederholt; der Hüter rahmt es als Belehrung über Höhe (Denken), Mitte (Fühlen) und Unten (Wollen). In der Vierten Wiederholungsstunde (GA 270c, 13.9.1924) wird das Mantram wortgleich wiederholt und als Forderung nach dem Gleichgewicht zwischen den Polen gedeutet (Licht/Finsternis, Wärme/Kälte, Leben/Tod).

  • GA 270c, Dritte Wiederholungsstunde (11.9.1924) – Wiederholung – Der Hüter belehrt: Wollen zwischen Leben und Tod – in Geistesmacht verschwinden oder im Nichts das Selbst verkrampfen. Den Weg dazwischen gilt es zu finden.

    Es kämpft das Licht mit finstren Mächten … / Es kämpft das Warme mit dem Kalten … / Es kämpft das Leben mit dem Tode …

    GA 270c, S. 62–63
  • GA 270c, Vierte Wiederholungsstunde (13.9.1924) – Gleichgewichts-Lehre – Wortgleich; der Hüter rahmt es als Gleichgewichts-Forderung: Wollen: nicht vom Leben verschlungen, nicht vom Tod verkrampft – mittendurch das Gleichgewicht finden. Naturbeispiel: Haare/Leib/Pflanze sind vom Licht gewoben, von der Finsternis durchdrungen.

    Es kämpft das Licht mit finstren Mächten … (mit der Mahnung, das Gleichgewicht zu halten)

    GA 270c, S. 73–78
Fünfte Stunde · Dornach · 1924-03-14 · GA 270a, S. 135 Wiederholung in Stunde 136

Wird beim ersten Rückblick unmittelbar nach dem Tode in den Rückblick ‹hineingeraunt›.

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